Intel-Chef Lip-Bu Tan hat bestätigt, dass das Unternehmen weiterhin aktiv mit NVIDIA an neuen Produkten arbeitet. Diese Aussage machte er im Anschluss an eine Zeremonie an der Carnegie Mellon University, bei der NVIDIA-CEO Jensen Huang die Ehrendoktorwürde für seine Beiträge zur künstlichen Intelligenz und zum beschleunigten Rechnen erhielt.
In einem Beitrag auf X schrieb der Intel-Chef, beide Firmen entwickelten derzeit neue und interessante Produkte. Das untermauert indirekt Gerüchte, wonach Intel Chips mit integrierter NVIDIA-GeForce-RTX-Grafik entwickelt.
Ein erstes Ergebnis dieser Partnerschaft könnte die Intel-Plattform mit dem Codenamen Serpent Lake sein. Die Chips sollen x86-Prozessoren von Intel mit Grafik-IP-Blöcken von NVIDIA kombinieren. Einen ähnlichen Ansatz gab es bereits beim Kaby-Lake-G-Projekt, bei dem Intel und AMD kooperierten.
Über den Consumer-Bereich hinaus weiten die Unternehmen auch die Zusammenarbeit im Server-Segment aus. Intel fertigt seit Jahren spezielle Xeon-Versionen für große Cloud-Plattformen, und nun könnte NVIDIA auch Intel-Serverprozessoren in seinen KI-Systemen einsetzen – ergänzend zu den eigenen Grace- und Vera-Architekturen.
Zu den anstehenden Plattformen zählen die Xeon-Clearwater-Forest-Serverprozessoren mit 288 energieeffizienten Darkmont-Kernen auf dem 18A-Fertigungsprozess sowie künftige Xeon-Diamond-Rapids-Prozessoren mit Support für die NVLink-Technologie. Letztere beschleunigt die Kommunikation zwischen Prozessoren und NVIDIA-KI-Beschleunigern.
Denkbar sind auch kundenspezifische Intel-Prozessoren für NVIDIAs SuperPOD-Systeme, die in großen KI-Clustern Hunderte von Grafikbeschleunigern aufnehmen. Die Unternehmen haben noch keine Termine für die gemeinsamen Produkte genannt, doch Intel und NVIDIA bereiten offenkundig eine engere Integration ihrer Technologien in den kommenden Jahren vor.