Friedenszeichen in Selfies: Wie Kriminelle Ihre Fingerabdrücke stehlen können

Friedenszeichen in Selfies: Fingerabdruck-Gefahr durch KI
© A. Krivonosov

Cybersicherheitsexperten warnen vor einer neuen Gefahr: Das klassische Friedenszeichen in Selfies könnte Kriminellen helfen, Fingerabdrücke zu stehlen und biometrische Daten zu missbrauchen.

Moderne Kameras mit hoher Auflösung und KI-gestützte Technologie können laut Fachleuten selbst teilweise sichtbare Fingerabdruckrillen analysieren. Das Risiko ist am größten, wenn das Foto aus nächster Nähe und mit den Fingern direkt zur Linse aufgenommen wird. Der chinesische Experte Li Chang demonstrierte dies in einer Fernsehshow. Anhand eines Promi-Fotos zeigte er, dass Aufnahmen aus weniger als 1,5 Metern Entfernung genügend Daten liefern, um einen Fingerabdruck zu rekonstruieren.

Er stellte fest, dass sogar Bilder, die aus etwa drei Metern Entfernung aufgenommen wurden, einen Teil des notwendigen Musters erfassen können. Moderne Algorithmen und neuronale Netzwerke können Bilder verbessern und Details wiederherstellen, die einst als zu unscharf galten.

Professor Jing Jiu von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften bestätigte dies. Er sagte, die Bildverarbeitung habe große Fortschritte gemacht, und KI könne selbst in schlechten Aufnahmen Fingerabdrücke nachschärfen.

Nach der öffentlichen Demonstration wurde das Thema in den sozialen Medien zum Trend und löste breite Diskussionen aus. Einige Nutzer wurden vorsichtig und verzichteten auf Nahaufnahmen von Händen oder Gesten.

Experten weisen jedoch darauf hin, dass für die tatsächliche Replikation eines Fingerabdrucks in der Regel gute Beleuchtung, günstige Aufnahmebedingungen und mehrere Blickwinkel nötig sind. Dennoch wachse das Risiko mit der Weiterentwicklung von KI-Werkzeugen.

Sie raten, öffentlich geteilte Fotos bewusster zu wählen. Aus Vorsicht sollten Nahaufnahmen von Fingern vermieden werden, oder die Fingerspitzen vor dem Posten in sozialen Medien und Messaging-Apps leicht unscharf gemacht werden.