BFId: WLAN-Router identifizieren Personen ohne Geräte

BFId-Methode: WLAN-Router erkennen Personen ohne Kamera
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Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie haben gezeigt, dass handelsübliche WLAN-Router Personen in einem Raum identifizieren können, ohne Kameras oder tragbare Geräte zu benötigen. Ihre Methode namens BFId analysiert unverschlüsselte Beamforming-Daten, die WLAN-Geräte routinemäßig senden. Sie erkennt eine Person anhand der Art und Weise, wie deren Bewegungen das Funksignal verändern.

Ein wesentlicher Vorteil dieser Technologie ist, dass sie weder eine Verbindung zum Zielnetzwerk noch spezielle Hardware voraussetzt. Benötigt wird lediglich ein Gerät mit WLAN-Adapter im Überwachungsmodus, das passiv die Servicedaten sammelt. Die verfolgte Person muss nicht einmal ein Smartphone, eine Smartwatch oder ein anderes Funkgerät bei sich tragen.

Frühere Forschungen in diesem Bereich stützten sich oft auf Kanalstatusinformationen (CSI), aber deren Erfassung erfordert in der Regel modifizierte Firmware und kompatible Netzwerkkarten. BFId verfolgt einen anderen Ansatz und nutzt stattdessen Beamforming-Feedback-Informationen. Diese Daten traten erstmals mit WLAN 5 auf und helfen Routern, Signale präziser an angeschlossene Geräte zu lenken. Der Haken: Diese Informationen werden auf MAC-Ebene unverschlüsselt übertragen, sodass sie leicht abgefangen werden können.

In Tests mit 197 Teilnehmern erreichte das System eine Genauigkeit von bis zu 99,5 %. Im gleichen Testsatz übertraf BFId CSI-basierte Methoden deutlich: 99,5 % gegenüber 82,4 %. Die Forscher führen dies darauf zurück, dass die komprimierten Beamforming-Daten Rauschen herausfiltern und mehr Merkmale zur Analyse von Bewegungen bieten.

Einfache Gegenmaßnahmen erwiesen sich als wirkungslos. So beeinträchtigte die Reduzierung der Häufigkeit von Beamforming-Berichten die Erkennungsgenauigkeit kaum. Eine Verschlüsselung der Daten könnte das Problem lösen, würde jedoch Änderungen an den WLAN-Standards erfordern und möglicherweise die Kompatibilität zu älteren Geräten gefährden.

Die Forscher warnen, dass WLAN-Sensorik zwar für Anwendungen wie Anwesenheitserkennung, Raumüberwachung und Smart Home nützlich sein könnte, aber auch ernste Datenschutzbedenken aufwirft. Dies ist besonders relevant angesichts des Standards 802.11bf, der solche Fähigkeiten formalisiert. Laut dem Team müssen Schutzmaßnahmen ergriffen werden, bevor die WLAN-Sensorik weit verbreitet ist.