Das chinesische Startup Lisuan Tech sorgt mit seiner Gaming-GPU LX 7G100 für Aufsehen. Trotz gemischter Testergebnisse gingen innerhalb von nur 48 Stunden über 30.000 Vorbestellungen ein. Die hohe Nachfrage zeigt, dass das Interesse der Käufer nicht allein von der reinen Leistung bestimmt wird. Mit einem Preis von umgerechnet rund 485 US-Dollar in China könnte die Karte Vorbestellungseinnahmen von über 14,5 Millionen US-Dollar generiert haben. Die Produktionskosten hat Lisuan zwar nicht offengelegt, doch für einen Neueinsteiger ist dies ein beachtlicher Erfolg.
Der Erfolg katapultierte Lisuan auf JD.com, einem der größten Elektronikhändler Chinas, unter den GPU-Herstellern auf den sechsten Platz. Zwar liegt man weiterhin hinter etablierten Größen wie ASUS, Colorful, GIGABYTE und MSI, doch die hohe Zahl an Vorbestellungen signalisiert eine wachsende Nachfrage nach lokalen Newcomern.
Ursprünglich positionierte Lisuan die LX 7G100 als Konkurrenten zur Nvidia GeForce RTX 4060. Erste Tests und Benchmark-Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Leistung eher der einer RTX 3060 entspricht. Der Preis ist mit dem einer RTX 5060 Ti 16GB vergleichbar – eine Tatsache, die den Verkäufen keinen Abbruch tut.
Auch eine limitierte Founders Edition weckte Interesse. Nur 1.000 Exemplare wurden gefertigt, jedes einzeln nummeriert und vom Mitgründer und Co-CEO Xuan Yifang signiert. Die erste Charge war nahezu sofort ausverkauft, eine zweite Folge ist für den 18. Juni vorgesehen. Lisuan will damit nicht aufhören: Am selben Datum sind zwei weitere Modelle geplant – der LX Pro für professionelle Anwendungen und der LX Ultra für Cloud-Computing. Ein für Content Creator ausgelegtes LX Max ist ebenfalls in Arbeit, Veröffentlichungstermin ist noch nicht bekannt.
Lisuan Tech wurde 2021 von Xuan Yifang, Kong Dehai und Niu Yixin gegründet – alle drei sind Rückkehrer aus dem Silicon Valley, die zuvor bei S3 Graphics gearbeitet haben. Innerhalb weniger Jahre hat das Startup eine eigene Gaming-GPU auf den Markt gebracht und große Aufmerksamkeit erregt – und das ohne eine schlagzeilenträchtige Spitzenleistung.