Auf der Computex hat NVIDIA den RTX Spark vorgestellt, einen neuen System-on-Chip für Windows-Laptops und kompakte Desktops. Die Plattform ist die Antwort des Unternehmens auf den AMD Ryzen AI Max und den Qualcomm Snapdragon X2, legt aber einen stärkeren Fokus auf Grafik und lokale KI-Aufgaben. Im Grunde handelt es sich um eine Windows-Version des DGX-Spark-Konzepts für den breiten PC-Markt, nicht für eine Linux-Entwicklerumgebung.
Der RTX Spark verfügt über 6.144 Blackwell-RTX-Grafikkerne, 20 ARM-CPU-Kerne von MediaTek und eine dedizierte NPU, die die Copilot+-PC-Anforderungen erfüllt. NVIDIA gibt eine Leistung von bis zu 1 Petaflop an und betont dabei die Tensor-Kerne des Blackwell-Grafikblocks gegenüber der NPU. Das Unternehmen vergleicht seine Grafikleistung mit der mobilen RTX 5070, verspricht aber eine deutlich flexiblere Leistungsaufnahme, die von einstelligen Watt bis zu 80 W reicht.
Einheitlicher Speicher ist ein zentrales Merkmal. Die GPU kann direkt auf einen gemeinsamen Speicherpool von 16 GB bis 128 GB zugreifen, was für lokale KI-Modelle und anspruchsvolle kreative Aufgaben entscheidend ist. NVIDIA plant nicht, diese Systeme mit diskreten Grafikkarten zu kombinieren; der RTX Spark ist eine eigenständige Plattform, bei der CPU, GPU, NPU und Speicher in einer einheitlichen Architektur zusammenarbeiten.
Zu den ersten Geräten gehören Laptops wie das Microsoft Surface Laptop Ultra und das Dell XPS 16, und weitere große OEMs sollen folgen. Laut NVIDIA war Microsoft seit mehreren Jahren an der Entwicklung beteiligt, und Windows 11 wird bereits für den neuen Chip optimiert. Der Taskplaner wird beispielsweise Arbeitslasten besser zwischen CPU und KI-Komponenten verteilen und alles von E-Mails bis hin zu lokalen Code-Debugging-Agents verarbeiten.
Auch die Kompatibilität ist ein wichtiges Thema für Windows on Arm. NVIDIA ist mit der Prism-Emulationsschicht für Legacy-Apps vertraut und arbeitet mit großen Anti-Cheat-Anbietern zusammen. Dies könnte helfen, die Probleme zu vermeiden, die frühe Snapdragon-Copilot+-PCs hatten, bei denen einige beliebte Spiele von Anti-Cheat-Software blockiert wurden.
Jensen Huang stellt den RTX Spark als Schritt zur Neugestaltung des Personal Computers dar. Er erklärte, dass PCs nach und nach zu Geräten für KI-Agenten werden sollten, nicht nur als manuelle Eingabegeräte. Wenn NVIDIA Leistung, Windows-Kompatibilität und eine akzeptable Akkulaufzeit kombinieren kann, könnte der RTX Spark die bedeutendste Rückkehr des Unternehmens in den Markt für Consumer-SoCs seit der Tegra-Ära sein.