Auf der Computex 2026 hat AMD weitere Details zu seiner neuen EXPO Ultra Low Latency Technologie (EXPO ULL) preisgegeben. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der hauseigenen EXPO-Speicherprofile, die DDR5-Latenzen senken und die Spieleleistung steigern soll – ohne dass höhere Frequenzen nötig sind.
David McAfee, AMDs Vizepräsident und Chef der Ryzen- und Radeon-Sparte, erklärte gegenüber Tom's Hardware, dass EXPO ULL dem SPD-Profil zusätzliche Einstellungen für sekundäre und tertiäre Timings hinzufügt. Der Speicher wird also aggressiver getunt, was durch niedrigere Latenzen mehr Leistung herausholt. Die Technologie ist mit bestehenden Chipsätzen und Mainboards kompatibel – ein BIOS-Update wird aber dennoch empfohlen.
In internen Tests mit einem Ryzen 7 9700X und über 30 Spielen erzielte DDR5-6000 mit EXPO ULL bei gleicher Frequenz im Schnitt 4 Prozent mehr FPS als standardmäßiges EXPO DDR5-6000. Gegenüber JEDEC DDR5-5600 betrug der Vorsprung sogar 13 Prozent. Auch die 1‑Prozent‑Low‑Werte, die die Laufruhe und Framedrops messen, verbesserten sich um 4 Prozent gegenüber normalem EXPO und um bis zu 15 Prozent gegenüber Standard‑JEDEC‑Speicher.
Ein wichtiger Punkt ist der Preis. McAfee betonte, dass AMD die Modulpreise nicht direkt beeinflusse, aber die Partner rechneten mit ähnlichen Kosten wie bei aktuellen Speicherkits. Da die neue Technologie keine grundlegend andere Hardware erfordert, sondern nur umfassendere Timing‑Anpassungen, sei ein deutlicher Aufschlag nicht zu erwarten.
Wann die ersten EXPO‑ULL‑Module in den Handel kommen, ließ AMD offen und sprach lediglich von „bald“. Die Unterstützung wurde bereits von G.Skill, Kingston, Lexar, ADATA XPG, TeamGroup, Apacer, Klevv, Origin Code und anderen bestätigt. Halten AMDs Angaben, was sie versprechen, könnte EXPO ULL eine einfache Möglichkeit sein, die Spiele‑FPS auf Ryzen‑Systemen zu steigern, ohne in extrem teuren Speicher investieren zu müssen.