OpenAI bereitet ein großes Update für ChatGPT vor, das den Dienst über das klassische Chatbot-Format hinausführen soll. Laut Financial Times will das Unternehmen in den kommenden Wochen seine Web- und Mobile-Apps überarbeiten und ChatGPT stärker wie eine Super-App mit Zugang zu verschiedenen KI-Tools gestalten.
Die neue Oberfläche soll den Codex, das Programmiertool von OpenAI, sowie Agentenfunktionen in den Vordergrund stellen, die Aufgaben im Namen des Nutzers erledigen können. Statt nur ein Gesprächsfenster mit dem Modell zu sein, soll ChatGPT zum Einstiegspunkt für eine Reihe von Diensten werden: von der Bildgenerierung über Programmierarbeit bis hin zu Drittanbieter-Apps und automatisierten Assistenten.
Ein Grund für diesen Wandel ist das Geld. ChatGPT hat seit seinem Start 2022 ein riesiges Publikum angehäuft, doch die meisten Nutzer nutzen immer noch die kostenlose Version. Angesichts eines möglichen Börsengangs muss OpenAI den Investoren ein klareres Umsatzwachstumsmodell zeigen. Daher sieht das Unternehmen ChatGPT zunehmend nicht als fertiges Produkt, sondern als Kanal, um teurere und wertvollere Tools zu bewerben.
Im Unternehmen herrscht die Überzeugung, dass die Zukunft nicht im einfachen Hin-und-Her-Chatten mit einem Bot liegt, sondern in einem persönlichen KI-Agenten, der dem Nutzer bei der Arbeit und privaten Aufgaben hilft, den Kontext versteht und automatisch die richtigen Werkzeuge auswählt. Thibaud Sottiaux, Leiter des Kerngeschäfts und der Plattform bei OpenAI, beschrieb das künftige ChatGPT als ein System, das über seine derzeitigen Grenzen hinausgehen sollte. Seiner Ansicht nach ist das Ziel die Schaffung eines persönlichen Agenten, der den Nutzern bei fast allem helfen kann, von Arbeitsabläufen bis hin zu alltäglichen Besorgungen.
OpenAI achtet zudem genau auf Firmenkunden. Geschäftskunden machen bereits etwa 40 Prozent des Umsatzes aus, und OpenAI erwartet, dass dieser Anteil bis Jahresende 50 Prozent erreicht. Dementsprechend wird das künftige ChatGPT die Nutzer wohl zu kostenpflichtigen Profi-Tools, Aufgabenautomatisierung und Integrationen drängen, die mehr Umsatz generieren können als ein einfaches Chatbot-Abo.