Google Photos Wardrobe: Digitaler Kleiderschrank für Outfits

Google Photos: Wardrobe-Funktion als Kleiderschrank
© B. Naumkin

Google hat eine neue Funktion namens Wardrobe in Google Photos eingeführt, die die App in einen digitalen Kleiderschrank verwandelt. Die Funktion wurde erstmals im April angekündigt und rollt nun nach und nach für einige Nutzer aus – allerdings mit deutlichen Einschränkungen.

Mit Wardrobe lassen sich Kleidungsstücke aus dem eigenen Schrank digitalisieren, sortieren und zu Outfits kombinieren. Nutzer können sich auf einem digitalen Avatar ansehen, wie eine bestimmte Zusammenstellung aussieht. Googles Idee dahinter: Menschen sollen schneller Kleidung auswählen und mit Stilen experimentieren können, ohne alles anprobieren zu müssen.

Derzeit ist die Funktion nur in den USA, Brasilien und Indien verfügbar. Die Einführung erfolgt schleppend, und der Support beschränkt sich zunächst auf Android. Google verspricht, Wardrobe später auch auf iPhone und iPad zu bringen, nennt aber keinen konkreten Termin für iOS.

Der Zugang ist ebenfalls begrenzt: Für die Nutzung ist ein kostenpflichtiges Google-One-Abonnement der Stufen AI Pro oder AI Ultra nötig, auch wenn Google von „ausgewählten Nutzern“ spricht. Zudem müssen die Altersanforderungen des jeweiligen Landes erfüllt sein, und die Funktion „Face Groups“ in Google Photos muss aktiviert und das eigene Gesicht zugeordnet sein.

Die Verknüpfung mit Face Groups ist logisch, denn Google muss die Kleidung mit dem digitalen Abbild des Besitzers abgleichen, um das Outfit auf einem persönlichen Avatar darzustellen. Dadurch wird Wardrobe mehr als ein reiner Katalog – es ist Teil der umfassenderen KI-Strategie von Google Photos, die sich von einem reinen Fotospeicher zu einem Werkzeug für Stil und Alltagsmanagement entwickelt.

Aktuell wirkt Wardrobe eher wie eine experimentelle Premium-Funktion denn wie ein Massen-Update für Google Photos. Sollte sich die Technologie als nützlich erweisen, könnte sie zu einem der greifbarsten Beispiele dafür werden, wie generative KI und Computer Vision von abstrakten Konzepten zu alltäglichen Anwendungen übergehen – etwa bei der morgendlichen Kleiderwahl.