Nothing-Mitgründer und CEO Carl Pei hat erklärt, warum Smartphones wieder spürbar teurer werden. Seiner Einschätzung nach gehören Arbeitsspeicher und interner Speicher inzwischen zu den teuersten Bauteilen moderner Geräte und kosten Hersteller in manchen Fällen mehr als mobile Prozessoren und Displays.
Als Beispiel nennt Pei das Nothing Phone (4a): Die Speicherkosten für dieses Modell hätten sich bereits zwischen Entwicklungsstart und offiziellem Verkaufsstart verdoppelt. Nachdem das Smartphone auf den Markt kam, stiegen die Preise erneut, sodass das Unternehmen die Wirtschaftlichkeit des Geräts und seine künftige Preispolitik neu bewerten musste.
Nach Angaben des Nothing-Chefs können RAM und Speicher heute mehr als die Hälfte der gesamten Komponentenkosten eines Smartphones ausmachen. Das Problem: Speicherhersteller arbeiten bereits fast am Limit, während Marken nur begrenzte Liefermengen erhalten und um verfügbare Chargen konkurrieren müssen.
Wegen der Knappheit sind viele seit Jahresbeginn vorgestellte Smartphones bereits rund 100 US-Dollar teurer als ihre Vorgänger. Pei geht davon aus, dass Käufer bei unveränderter Lage nicht nur mit weiteren Preiserhöhungen rechnen müssen, sondern auch mit weniger großzügigen Rabatten bei großen Verkaufsaktionen.
Branchenanalysten führen die Entwicklung auf die stark gestiegene Nachfrage nach DRAM aus dem Markt für künstliche Intelligenz zurück. Im Jahr 2026 sind solche Chips deutlich teurer geworden, wodurch die Produktionskosten von Smartphones je nach Modell um 10–30% steigen können. Besonders hart trifft das günstige und mittelpreisige Geräte, doch auch das Premiumsegment bekommt die Folgen zu spüren.
Nothing selbst warnt bereits davor, die Preise künftiger Smartphones neu kalkulieren zu müssen, darunter auch die Phone (4a)-Reihe. Das Thema betrifft aber klar nicht nur eine Marke: Auch große Hersteller wie Samsung, Xiaomi, Google und andere Marktteilnehmer kämpfen mit steigenden Speicherkosten.
Carl Pei rät dazu, den Kauf eines neuen Smartphones nicht zu lange aufzuschieben: Bleibt der Speichermangel bestehen, könnten kommende Modelle noch teurer werden, während gewohnte Saisonrabatte deutlich kleiner ausfallen.