HDMI 2.2 in zwei Schritten: 96 Gbit/s folgen offenbar später

HDMI 2.2 mit voller Geschwindigkeit kommt wohl erst 2027
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Die ersten Geräte mit HDMI 2.2 könnten bereits in diesem Jahr auf den Markt kommen, dürften aber wahrscheinlich keine volle Unterstützung für 96 Gbit/s bieten. Das sagte Rob Tobias, Chef von HDMI Licensing, auf der Computex in Taipeh. Ihm zufolge wird die Einführung des neuen Standards praktisch in zwei Etappen ablaufen.

In der ersten Phase bringen Hersteller zertifizierte HDMI-2.2-Geräte mit LIP-Unterstützung heraus, also dem Protokoll zur Anzeige von Latenzen. Es soll die Synchronisierung von Ton und Bild zwischen Fernsehern, Receivern und Soundbars verbessern. Das ist ein wichtiges Update, aber eher auf Protokoll- und Softwareebene als ein Sprung zur neuen maximalen Datenrate.

Der zentrale Teil von HDMI 2.2, die Bandbreite von bis zu 96 Gbit/s, kommt später. Dafür werden neue FRL2-Sendechips benötigt, und genau deren Entwicklung verschiebt den Zeitplan. Tobias zufolge sollen Muster dieser Chips in diesem Jahr bei Herstellern eintreffen, während die ersten Geräte mit voller 96-Gbit/s-Unterstützung 2027 erscheinen sollen.

Der Standard HDMI 2.2 wurde 2025 vorgestellt und verdoppelt die maximale Bandbreite gegenüber HDMI 2.1. In voller Ausbaustufe ist er für Modi bis 4K@480Hz, 8K@240Hz, 12K@120Hz und 16K@60Hz ausgelegt. Außerdem wird Unterstützung für 10- und 12-Bit-HDR-Inhalte genannt, einschließlich unkomprimiertem Video bei 4K@240Hz und 8K@60Hz.

Die Form des HDMI-Anschlusses bleibt unverändert, was die Kompatibilität mit vorhandener Technik erleichtert. Für die volle Geschwindigkeit von 96 Gbit/s wird jedoch ein neues Ultra96-Kabel nötig. Vertreter des Standards rechnen damit, dass solche Kabel früher erscheinen könnten als die wirklich vollständigen HDMI-2.2-Fernseher, Monitore und Grafikkarten.

Käufer sollten deshalb nicht nur auf das HDMI-2.2-Logo schauen, sondern auch auf die konkreten Spezifikationen eines Geräts. In nächster Zeit können unter diesem Namen Modelle mit einzelnen neuen Funktionen erscheinen, während echte Produkte mit der maximalen Bandbreite des Standards erst nach dem Start der FRL2-Chips breiter verfügbar werden.