Microsoft testet laut The Verge eine neue Xbox-Funktion, mit der Besitzer physischer Spielkopien digitale Rechte dafür erhalten könnten. Das System soll mit Discs für Xbox One und Xbox Series X funktionieren, Spiele für Xbox 360 und die originale Xbox werden aber nicht unterstützt.
Der Ablauf ist Berichten zufolge ziemlich simpel: Der Nutzer legt eine kompatible Disc ein, installiert das Spiel und startet es auf einer Xbox-Konsole mit seinem Microsoft-Konto. Danach erhält das Konto ein digitales Zugriffsrecht auf das Spiel. Eine normale einmalige Umwandlung der Disc in eine „digitale“ Kopie ist das aber nicht: Die Lizenz bleibt an genau diesen physischen Datenträger gebunden.
Wird die Disc verkauft, an einen Freund weitergegeben oder mit einem anderen Xbox-Profil genutzt, soll der digitale Zugriff mitwandern. So schließt Microsoft die naheliegende Lücke, bei der jemand eine digitale Version freischalten und die Disc anschließend einfach weiterverkaufen könnte. Im Grunde bleibt der physische Datenträger der Eigentumsnachweis — nur wird die Nutzung des Spiels bequemer.
In manchen Fällen verhält sich die digitale Version fast wie ein normaler Kauf im Microsoft Store. Unterstützt ein Spiel Xbox Play Anywhere, lässt es sich nicht nur auf der Konsole, sondern auch auf einem PC oder Handheld starten. Ist der Titel in Xbox Cloud Gaming verfügbar und besitzt der Nutzer das passende Game Pass-Abonnement, kann er ihn außerdem aus der Cloud streamen. Laut The Verge soll das System Bundle-Discs und Mehrfach-Disc-Ausgaben unterstützen, auch wenn einige ältere Xbox-One-Discs womöglich nicht die nötigen Produktionsdaten enthalten.
Spannend ist auch, dass Windows Central zufolge das Programm intern bei Microsoft Positron heißt. Es taucht vor dem Hintergrund der Debatten über künftige Xbox-Hardware und Gerüchte zur Plattform Project Helix auf: Noch ist unklar, ob die nächste Konsolengeneration überhaupt ein Laufwerk bekommt. Anders als Sony, das bereits angekündigt hat, ab Januar 2028 keine Discs mehr für neue PlayStation-Spiele zu veröffentlichen, könnte Microsoft einen Übergang wählen — bestehende physische Bibliotheken nicht fallen lassen, sondern Disc-Spiele sauber mit dem digitalen Ökosystem verbinden. Die wichtigste Einschränkung bleibt vorerst die fehlende Unterstützung physischer Spiele für Xbox 360 und die originale Xbox.