Die USA bereiten Einschränkungen für den Einsatz chinesischer KI-Modelle durch amerikanische Unternehmen vor. Laut CNBC erklärte ein Vertreter des Außenministeriums, solche Systeme in Unternehmensprozessen auszuführen, werfe „ernste Bedenken“ auf. In Washington geht man davon aus, dass chinesische KI Pekings Position fördern, unerwünschte Themen zensieren und die Ideologie der Kommunistischen Partei Chinas widerspiegeln könnte.
Gleichzeitig schauen Unternehmen immer stärker auf chinesische Modelle: Sie sind günstiger und wirken für viele Arbeitsszenarien inzwischen überzeugend genug. CNBC nennt Coinbase als Beispiel: CEO Brian Armstrong erwähnte den Einsatz von GLM 5.2 von Z.Ai und Kimi 2.7 von Moonshot. Zuvor hieß es auch, das Startup Lindy sei zu DeepSeek gewechselt, um die schnell steigenden Kosten seiner KI-Infrastruktur zu senken.
Das Interesse an chinesischen Modellen könnte auch zunehmen, weil der US-KI-Markt instabiler wirkt. Nikkei Asia schrieb zuvor, Unternehmen wie Airbnb und Uber hätten die Einführung chinesischer Lösungen beschleunigt, nachdem Anthropic auf Verlangen der Behörden die Nutzung zweier Modelle ausgesetzt hatte — Mythos 5 und Claude Fable 5. Für Unternehmen war das ein Signal: Der Zugang selbst zu großen westlichen KI-Plattformen kann nicht nur von Vertrag und Preis, sondern auch von politischen Entscheidungen abhängen.
Noch ist unklar, ob die US-Regierung ein breites Verbot bei der Wahl von KI-Modellen im privaten Sektor durchsetzen kann. Eigene staatliche Beschaffungen zu begrenzen, ist einfacher, als alle Unternehmen zum Verzicht auf chinesische KI zu zwingen, besonders wenn es um Open-Source-Modelle geht. In diesem Fall dürften fast sicher juristische Debatten folgen, auch über die Meinungsfreiheit. Ausländische Märkte zu regulieren, ist noch schwieriger: Apple nutzt etwa Alibabas generative KI-Plattform für iPhones, die in China verkauft werden.
Der KI-Konflikt zwischen den USA und China dürfte sich weiter verschärfen. Laut WSJ diskutieren chinesische Behörden mit lokalen Unternehmen ebenfalls Beschränkungen für den Einsatz heimischer Modelle im Ausland. Außerdem erklärte eine chinesische Schwachstellendatenbank mit Nähe zur zuständigen Behörde, Claude Code von Anthropic enthalte angeblich Backdoor-artige Schwachstellen und stelle eine „ernste Bedrohung“ dar.