Speichermarkt unter Druck: SK hynix erwartet 2027 einen Rekordengpass

SK hynix warnt vor historischem Speicherengpass im Jahr 2027
© A. Krivonosov

SK-hynix-Chef Kwak Noh-Jung warnt, dass der weltweite Speichermarkt 2027 mit dem schwersten Engpass seiner Geschichte konfrontiert werden könnte. Seinen Angaben zufolge wird die Nachfrage nach DRAM, einschließlich leistungsstarkem HBM für KI-Infrastruktur, sowie nach NAND die verfügbaren Produktionskapazitäten nicht nur im kommenden Jahr, sondern noch länger übersteigen — mindestens bis zum Beginn des nächsten Jahrzehnts.

Der größte Druck entsteht durch den rasanten Nachfrageanstieg in Rechenzentren. Große Kunden schließen mehrjährige Lieferverträge, während Speicherhersteller zunehmend teurere und margenstärkere Produkte bevorzugen: HBM für KI-Beschleuniger, LPDDR5X für Flaggschiffgeräte und Serverlösungen. Dadurch erhalten gewöhnlicher DDR5-, DDR4- und günstigerer mobiler LPDDR-Speicher weniger Fertigungskapazität.

Samsung und Micron kommen zu ähnlichen Einschätzungen. Samsung hat davor gewarnt, dass sich die Lage 2027 weiter zuspitzen könnte, weil die Hersteller ihre Produktion nicht schnell genug ausbauen können. Micron erklärte ebenfalls, der Engpass befinde sich noch in einer frühen Phase und das Unternehmen könne nur etwa 50–66 % der Kundennachfrage nach Speicher bedienen.

Für SK hynix, Samsung und Micron ist die Lage profitabel, für den übrigen Markt wird sie jedoch zunehmend schmerzhaft. Die starke Nachfrage nach Premiumspeicher steigert die Gewinne der Hersteller, während Verbraucher mit deutlichen Preisaufschlägen konfrontiert sind. Die höheren Kosten wirken sich bereits auf PCs, Smartphones, Spielkonsolen und andere Geräte aus, bei denen Speicher einen spürbaren Anteil an den Materialkosten hat.

Chinesische Speicherhersteller bauen ihre Kapazitäten angesichts des Engpasses besonders aktiv aus, darunter CXMT im DRAM- und YMTC im NAND-Segment, vor allem zur Deckung der Inlandsnachfrage. Auch SK hynix plant eine mehrjährige Produktionserweiterung und investiert in neue Werke in Südkorea und den USA. Selbst große Investitionen werden das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage jedoch nicht schnell beseitigen.