Android wird offener: KI-Assistenten erhalten mehr Systemzugriff

EU zwingt Google, Android-Funktionen für KI-Rivalen zu öffnen
© B. Naumkin

Die Europäische Union erhöht im Rahmen des Gesetzes über digitale Märkte den Druck auf Google. Laut Reuters verpflichtet die Europäische Kommission Alphabet dazu, bestimmte Dienste und Systemfunktionen für Wettbewerber zu öffnen.

Die Entscheidung betrifft 11 Android-Funktionen, auf die Drittentwickler unter Einhaltung der Sicherheits- und Datenschutzvorgaben zugreifen können sollen. Dadurch können KI-Dienste, die mit Gemini konkurrieren, ihre Assistenten tiefer in das Betriebssystem integrieren und Aufgaben übernehmen, die derzeit eng mit Google-Diensten verbunden sind.

Künftig sollen Nutzer nicht nur Gemini oder Google Assistant, sondern auch KI-Assistenten anderer Anbieter starten können. Diese Assistenten könnten mit Apps interagieren, bei der Taxibuchung helfen, Orte suchen und weitere Aktionen innerhalb von Android ausführen. Der Großteil der Änderungen muss in Android 18 bis spätestens 1. August 2027 umgesetzt werden. Die gleichzeitige Sprachaktivierung mehrerer Assistenten mit Befehlen ähnlich wie „Hey Google“ ist für Android 19 bis spätestens 1. August 2028 vorgesehen.

Eine weitere Vorgabe betrifft Suchdaten. Google muss geeigneten Drittanbietern von Suchmaschinen und KI-Chatbots mit Suchfunktion Daten bereitstellen, die das Unternehmen selbst zur Verbesserung von Google Search nutzt, allerdings nur in anonymisierter Form. Zuvor darf Google Risiken für Cybersicherheit und Datenschutz prüfen. Bis Januar 2027 muss der Konzern die Zugangsbedingungen und die Preisformel endgültig festlegen.

Google kritisiert die Entscheidung der Europäischen Kommission. Kent Walker, Präsident für globale Angelegenheiten bei Google und Alphabet, warnte davor, dass die Maßnahmen den Schutz von Privatsphäre und Sicherheit für Millionen europäischer Nutzer schwächen könnten. Die Kommission erwartet dagegen mehr Alternativen zu Google Search und Gemini sowie eine größere Auswahl für Nutzer in der EU.