Gemini umgeht die Android-Sperre und verschickt Nachrichten ohne PIN

Gemini-Lücke sendet SMS auf gesperrten Android-Handys ohne PIN
© A. Krivonosov

Sicherheitsforscher haben eine Schwachstelle in Gemini entdeckt, mit der sich der Sperrbildschirm von Android umgehen lässt. Wer physischen Zugriff auf ein Smartphone hat, kann den Assistenten nutzen und eine SMS ohne PIN-Eingabe senden. Berichte über das Problem gibt es seit Mai 2026; Google hat nach eigenen Angaben bereits eine Lösung vorbereitet.

Normalerweise funktioniert der Schutz wie vorgesehen. Wird Gemini über den Sperrbildschirm geöffnet und zum Senden einer Nachricht aufgefordert, verlangt Android zunächst die Entsperrung. Die Forscher stellten jedoch fest, dass das gleichzeitige Drücken von „Anhang hinzufügen“ und „Weiter“ das Prüffenster schließt und Gemini anschließend die Nachricht verschickt.

Die Lücke betrifft nicht nur SMS. Mit derselben Abfolge lässt sich WhatsApp erneut mit Gemini verbinden, selbst wenn der Besitzer die Integration zuvor in den Einstellungen deaktiviert hat. Beim Aufruf von WhatsApp über den Assistenten erscheint keine weitere PIN-Abfrage.

Für einen Angriff ist physischer Zugriff auf das Gerät nötig. Das Problem wurde auf Smartphones mit Android 16 beobachtet, doch Google nennt bislang keine vollständige Liste betroffener Hersteller, Modelle oder Systemversionen. Das Unternehmen erklärt, der Fix sei fertig und werde in Kürze vollständig verteilt.

Bis zur Installation des Updates wird empfohlen, Gemini auf dem Sperrbildschirm zu deaktivieren. Dazu in der Gemini-App „Einstellungen“ — „Gemini auf dem Sperrbildschirm“ öffnen und „Gemini ohne Entsperren verwenden“ ausschalten. Anrufe und Nachrichten lassen sich dort ebenfalls separat sperren.