Tödlicher Notruf-Ausfall in Australien: Alte Samsung-Smartphones versagen

In Australien wird ein tödlicher Vorfall untersucht: Ein Bewohner Sydneys starb, nachdem er vom veralteten Samsung-Smartphone aus den Notruf 000 nicht erreichen konnte. Nach Angaben von Lebara, das das Vodafone-Netz nutzt, gehörte das Gerät zu mehreren Dutzend Samsung-Modellen, die als nicht verlässlich notruffähig eingestuft wurden.

TPG Telecom, Eigentümer der Marke Lebara, erklärte, der Vorfall habe sich am 13. November ereignet. Im eigenen Netz seien zu diesem Zeitpunkt keine Störungen verzeichnet worden. Der Anruf sei nicht umgeleitet worden, weil auf dem Telefon alte Software lief, die nicht automatisch in ein verfügbares Netz eines anderen Anbieters wechseln konnte – eine für Notrufe vorgeschriebene Fähigkeit. Australische Betreiber und Samsung bestätigten diese Einschätzung.

Verschärft wurde die Lage durch die Abschaltung des 3G-Netzes von Vodafone in Australien. Einige ältere Samsung-Modelle versuchten beim Wählen der 000 auf 3G zurückzufallen, wodurch die Verbindung abbrach. Telstra veröffentlichte eine Liste von Samsung-Geräten, die ein Software-Update benötigen, sowie elf Modelle, die sich nicht per Patch beheben lassen und zum Austausch empfohlen werden. Aufgeführt sind: Galaxy A7 (2017), Galaxy A5 (2017), Galaxy J1 (2016), Galaxy J3 (2016), Galaxy J5 (2017), Galaxy Note 5, Galaxy S6, Galaxy S6 Edge, Galaxy S6 Edge+, Galaxy S7, Galaxy S7 Edge. Der Fall führt deutlich vor Augen, wie schnell veraltete Software und abgeschaltete Netze mit lebenswichtigen Diensten kollidieren können.

Samsung teilte mit, Besitzer älterer Smartphones sollten ihre Software umgehend aktualisieren, um ähnliche Risiken zu vermeiden. Zudem arbeitet das Unternehmen mit Netzbetreibern und der Regulierungsbehörde ACMA zusammen, die eine unabhängige Prüfung der Einhaltung der Regeln zur Testung der Notrufkompatibilität von Telefonen durchführt.