Virtuelle Entführungen per KI: Betrugsmasche erkennen und abwehren
Das FBI warnt vor KI-Betrug mit virtuellen Entführungen. Deepfake-Beweise, flüchtige Chats: So erkennen Sie Fehler und schützen sich mit einem Familiencode.
Das FBI warnt vor KI-Betrug mit virtuellen Entführungen. Deepfake-Beweise, flüchtige Chats: So erkennen Sie Fehler und schützen sich mit einem Familiencode.
© RusPhotoBank
Betrüger setzen immer häufiger auf KI, um vermeintliche Entführungen zu inszenieren – ganz ohne tatsächliches Verbrechen. Das FBI warnt vor einer neuen Welle, bei der Opfer gefälschte Lebenszeichen erhalten: Fotos oder Videos, die den Eindruck erwecken, ein Angehöriger werde festgehalten, verbunden mit der Aufforderung, sofort Lösegeld zu zahlen. Die Masche zielt auf einen grundlegenden Reflex: Sorge um nahestehende Menschen, die selbst vorsichtige Personen aus dem Takt bringen kann.
Nach Angaben der Behörde wählen die Täter eine Zielperson, sammeln Fotos und Clips aus sozialen Netzwerken und anderen frei zugänglichen Quellen und verfeinern das Material anschließend mit generativen Werkzeugen. Das Ergebnis kann in den ersten Minuten so glaubwürdig wirken, dass Panik entsteht – und genau auf dieses Zeitfenster spekulieren die Erpresser, um Zahlungen auszulösen, bevor jemand in Ruhe prüft.
Das FBI betont zudem, dass heutige Fälschungen auf den ersten Blick immer schwerer zu erkennen sind. Nicht selten landet das vermeintliche Beweismaterial in Nachrichten, die sich automatisch löschen, wodurch die Zeit für eine sorgfältige Kontrolle schrumpft. Selbst aufpolierte Fakes stolpern jedoch über kleine Unstimmigkeiten: seltsame Proportionen, verzogene Gesichtspartien oder das Fehlen charakteristischer Merkmale, die auf echten Aufnahmen zu sehen sind. Am Ende verraten oft gerade diese Details die Täuschung.
Der wichtigste Rat bleibt schlicht: Bevor man etwas unternimmt, die angeblich betroffene Person über eine bekannte Nummer oder über enge Angehörige direkt zu erreichen versuchen – nicht über Kontaktdaten, die von den Erpressern kommen. Hilfreich ist auch ein im Voraus vereinbartes Familienkennwort für Notfälle: einfach, einprägsam und oft ausreichend, um die Illusion rasch zu durchstechen.