Motion Cues in Android: So hilft die Funktion gegen Reiseübelkeit
Google testet Motion Cues: ein systemweites Android-Feature gegen Reiseübelkeit. Animierte Punkte am Displayrand gleichen Sinnesreize ab und mindern Übelkeit.
Google testet Motion Cues: ein systemweites Android-Feature gegen Reiseübelkeit. Animierte Punkte am Displayrand gleichen Sinnesreize ab und mindern Übelkeit.
© B. Naumkin
Google entwickelt eine neue Android-Funktion, die Nutzerinnen und Nutzern helfen soll, Reiseübelkeit beim Smartphone-Gebrauch unterwegs in den Griff zu bekommen. Das in Testversionen des Betriebssystems entdeckte Werkzeug heißt Motion Cues.
Im Kern setzt die Technik optische Anker auf den Bildschirm. Animierte Punkte erscheinen am Rand des Displays und bewegen sich im Takt mit Auto, Zug oder einem anderen Fahrzeug. Diese Elemente liefern dem peripheren Sehen einen festen Bezugspunkt und helfen dem Gehirn, die Signale von Augen und Gleichgewichtssinn abzugleichen – genau jener Widerspruch, der häufig Übelkeit und Unwohlsein auslöst. Eine einfache Idee, die erstaunlich alltagstauglich wirkt.
Wesentlich ist die tiefe Integration in Android. Motion Cues liegt systemweit über jeder App – kein separater Download aus dem Store. Das erhöht Verlässlichkeit und Nutzen: Vor der Fahrt muss kein Drittanbieter-Tool gestartet werden, ein kleiner Bedienvorteil, der darüber entscheiden kann, ob die Funktion im Alltag wirklich genutzt wird.
Derzeit läuft die aktive Testphase. Frühe Testversionen zeigen kleinere Einschränkungen – etwa dass die Anzeigen vorübergehend verschwinden, wenn bestimmte Systemmenüs geöffnet werden. Googles Entwickler arbeiten bereits daran, solche Kanten zu glätten. Die Steuerung von Motion Cues soll bei Systemkomponenten liegen, was Stabilität und Sicherheit zugutekommen dürfte.
Da immer mehr Menschen unterwegs scrollen, lesen und Videos schauen, kommt ein solches Werkzeug zur rechten Zeit. Sollte es breit ausgerollt werden, könnte Motion Cues für Millionen von Android-Nutzenden zum Standardmittel gegen Reisekrankheit werden. Die Funktion könnte in einer künftigen OS-Version erscheinen, möglicherweise in Android 17.