PlayStation Network: mutmaßliche Kontenübernahmen trotz 2FA und Passkey
Ein PSN-Hack wirft Fragen zur Sicherheit auf: Kontoübernahme trotz 2FA und Passkey, mögliche interne Tools. E-Mail schützen, Prepaid nutzen, Sony schweigt.
Ein PSN-Hack wirft Fragen zur Sicherheit auf: Kontoübernahme trotz 2FA und Passkey, mögliche interne Tools. E-Mail schützen, Prepaid nutzen, Sony schweigt.
© E. Vartanyan
Rund um die Sicherheit des PlayStation Network zieht ein Unwetter auf. Der Numerama-Journalist Nicolas Lellouche berichtet, sein PSN-Konto sei übernommen worden – obwohl sowohl die Zwei-Faktor-Authentifizierung als auch ein Passkey aktiv waren. Der Eindringling habe daraufhin E-Mail-Adresse und Passwort geändert und Geld über die verknüpfte Zahlungsmethode ausgegeben. Ein Vorgang, der das Sicherheitsversprechen spürbar ins Wanken bringt.
Die Lage spitzte sich zu, nachdem Lellouche über den PlayStation-Support zunächst wieder Zugriff bekam, das Konto kurz darauf jedoch erneut verlor. Er tauschte anschließend Nachrichten mit der Person aus, die den Zugriff erlangt hatte. Nach seiner Schilderung erklärte der Angreifer die Vorgehensweise detailliert. Demnach stütze sich die Methode auf eine gravierende Schwäche in Sonys Sicherheitssystemen, die eine Kontenübernahme allein mit Kenntnis der E-Mail-Adresse ermögliche. Zudem deutete Lellouche an, die Täter könnten interne Werkzeuge nutzen; träfe das zu, wäre die Angelegenheit besonders heikel.
Lellouche vermutet, er sei ins Visier geraten, weil er einst einen Screenshot online stellte, auf dem die verknüpfte E-Mail sichtbar war. Angreifer suchten gezielt nach solchen Bildern, um Konten zu kapern und Besitzer sogar daran zu hindern, über die offiziellen Supportkanäle den Zugriff wiederherzustellen, heißt es in seinem Bericht.
Gesicherte Schlüsse gibt es bisher nicht: Lellouche kündigt eine vertiefende Recherche zu einem späteren Zeitpunkt an. Ob es sich um einen Einzelfall handelt oder um ein breiteres Problem, das weitere PSN-Nutzer betreffen könnte, ist offen. Sony hat sich bislang nicht geäußert. Bis mehr Klarheit herrscht, empfiehlt es sich, möglichst wenige persönliche Details öffentlich zu teilen und, wo machbar, für Käufe auf Prepaid-Guthaben zu setzen, um potenzielle Schäden zu begrenzen. Selbst wenn sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bestätigen, bleibt die Episode eine Mahnung, wie teuer eine einzige offengelegte E-Mail werden kann.