Überlastete TSMC-Fabs: Kunden wechseln zu Samsung und Intel Foundry

Die überlasteten Fertigungslinien von TSMC verschieben derzeit spürbar das Kräfteverhältnis im Foundry-Markt. Laut Berichten südkoreanischer Medien zwingen die Kapazitätsgrenzen des taiwanischen Branchenriesen Unternehmen ohne eigene Produktion, sich nach Alternativen umzusehen – und Samsung Foundry rückt dabei immer stärker als ernsthafte, wettbewerbsfähige Option in den Fokus.

Die Nachfrage nach den Diensten von TSMC befindet sich auf Rekordniveau. Das Unternehmen bedient nicht nur Mobilgrößen wie Apple, Qualcomm und MediaTek, sondern auch zentrale Akteure im High-Performance-Computing und in der KI, darunter NVIDIA und AMD. Angesichts steigender Auftragseingänge und eines teurer werdenden 2-nm-Prozesses sind die Fertigungslinien faktisch ausgebucht; für Kunden mit niedrigerer Priorität werden Vorlaufzeiten und Ausstoß zunehmend schwer kalkulierbar. In einer solchen Warteschlange wird Planungssicherheit zur knappen Ressource.

Mehr denn je entscheidet die Zeit. Obwohl TSMC lange als Standard galt, wirkt es riskant, Aufträge bei einem überlasteten Zulieferer zu platzieren. Vor diesem Hintergrund erscheint Samsung Foundry als verlockende Alternative, mit flexibleren Konditionen und verfügbarer Kapazität. Für manche Teams zählt es mehr, Wochen beim Hochlauf zu sparen, als am gewohnten Vorgehen festzuhalten.

Berichten zufolge erwägt Meta* die Fertigung seiner MTIA-KI-Beschleuniger bei Samsung im SF2-Prozess. Auch Qualcomm und AMD werden als potenzielle Kunden genannt. Das Interesse an Samsung nährt sich nicht nur aus Fortschritten in der Prozesstechnologie, sondern auch aus abfließender Nachfrage, die von TSMC herüberwandert – genau der Strom, den Samsung abfangen will.

Gleichzeitig rückt auch Intel Foundry in den Blick, insbesondere mit den Prozessen 18A und 14A. Für US-Unternehmen zählen zudem die Nähe und Intels Rolle als großer Hersteller mit Sitz in den Vereinigten Staaten. Die Branche steuert erkennbar auf stärker diversifizierte Lieferketten zu; Samsung und Intel dürften deutlich sichtbarer auftreten als bislang. Hält diese Dynamik an, könnte die Foundry-Landschaft endlich weniger einseitig wirken.

* Meta ist als extremistische Organisation eingestuft; ihre Aktivitäten sind in Russland verboten.