57% laden weiterhin Musik herunter – Umfrage und Gründe

Trotz der Dominanz von Streaming-Diensten ist das Herunterladen von Musik längst nicht tot – eine aktuelle Umfrage von Android Authority zeigt das deutlich. Auslöser war eine Schlagzeile, wonach ein Archivprojekt angeblich einen Spotify-Klon mit rund 300 TB aufgebaut habe. Das brachte die alte Frage zurück: Sind Hörerinnen und Hörer wirklich komplett ins Streaming abgewandert?

Die Umfrage erhielt unerwartet viel Zuspruch – mehr als 11.000 Menschen nahmen teil. Das Ergebnis überraschte selbst die Initiatoren: Rund 57 Prozent gaben an, weiterhin Musikdateien herunterzuladen. Das deutet darauf hin, dass für einen beträchtlichen Teil des Publikums der Download trotz Komfort und Reichweite des Streamings das favorisierte Format bleibt. Der vermeintliche Siegeszug des Streamings wirkt damit weniger eindeutig.

Die übrigen 43 Prozent verlassen sich vollständig auf Streaming-Dienste und nutzen keine lokalen Dateien. Diese Entscheidung liegt auf der Hand: Abo-Plattformen laufen auf so gut wie jedem Gerät, bieten riesige Kataloge und oft sogar werbefinanzierte Gratisangebote. Wo die Verbindung stabil ist, ist Streaming tatsächlich der unkomplizierteste Weg.

Trotzdem hat das Herunterladen handfeste Vorteile. Lokale Dateien lassen sich ohne Netz abspielen – wichtig, wenn der Empfang schwächelt oder das Datenvolumen knapp ist. Außerdem funktionieren sie auf einer breiten Palette von Geräten, von älteren Handys und MP3‑Playern bis zu CD‑Systemen im Auto, und in jeder App, ohne an ein einziges Ökosystem gebunden zu sein.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Streaming-Plattformen verlieren durch Lizenzwechsel immer wieder Inhalte; und in Apps gespeicherte Offline-Downloads setzen regelmäßige Abo-Prüfungen voraus und lassen sich nicht frei verschieben. Für viele Hörerinnen und Hörer bleibt der Download deshalb die verlässlichste Methode, langfristig Zugriff auf Lieblingsalben und -künstler zu behalten.