IDC: PC-Auslieferungen 2025 steigen – Speicherengpässe treiben Preise
IDC meldet 9,6 % Q4-Plus und 8,1 % Jahreswachstum im PC-Markt 2025. Speicherknappheit bei DRAM/SSD und Lageraufbau treiben Preise; Angebot verschiebt sich 2026.
IDC meldet 9,6 % Q4-Plus und 8,1 % Jahreswachstum im PC-Markt 2025. Speicherknappheit bei DRAM/SSD und Lageraufbau treiben Preise; Angebot verschiebt sich 2026.
© A. Krivonosov
Der weltweite PC-Markt verzeichnete Ende 2025 unerwartet starkes Wachstum, doch die erfreulichen Zahlen haben einen Haken. Ein neuer IDC-Bericht schätzt, dass die Auslieferungen im vierten Quartal 2025 um 9,6 % und im Gesamtjahr gegenüber 2024 um 8,1 % gestiegen sind. Der Schub konzentrierte sich auf das Schlussquartal – weniger getragen von kräftiger Nachfrage als von Anbietern, die dem absehbaren Engpass bei Speicherchips zuvorkommen wollten.
Ein Auslöser war das offizielle Support-Ende für Windows 10, das einen Austauschzyklus anstieß und den Verkauf neuer Rechner mit Windows 11 und Copilot-Unterstützung beflügelte. Hinzu kam, dass Unternehmen angesichts monatelanger Zollunsicherheit ihre Lagerbestände aufstockten. Ausschlaggebend war jedoch die rapide verschlechterte Lage am Speichermarkt.
PC-Hersteller begannen, aggressiv auf Vorrat zu kaufen, aus Sorge vor gravierenden Störungen bei DRAM- und NAND-Lieferungen. Ein großer Teil der aktuellen Speicherproduktion fließt in Rechenzentren und KI-Infrastruktur – der Konsumentenbereich bleibt dadurch verwundbar. Viele Anbieter entschieden sich für frühzeitige Käufe, obwohl klar war, dass dies die Preise nach oben treibt. Probleme zeichnen sich nicht nur bei Arbeitsspeicher ab, sondern auch bei SSDs und weiteren Komponenten; der Mangel könnte sich bis 2028 hinziehen.
IDC weist darauf hin, dass der PC-Markt in einem Jahr ganz anders aussehen könnte. Systempreise steigen bereits, und Hersteller könnten sogar die Standard-Speicherausstattung kürzen, um knappe Bestände zu strecken. Fachleute warnen zudem vor einer möglichen Neuordnung der Marktanteile: Große Marken mit gesicherten Lieferungen haben die besseren Karten, während kleinere und regionale Anbieter Mühe haben dürften, durch diese Phase zu kommen. Für Käufer bedeutet das voraussichtlich höhere durchschnittliche PC-Preise im Jahr 2026 und ein Angebot, das sich stärker zu höherpreisigen Modellen verschiebt. Unterm Strich ist die Erholung real, sie fußt jedoch eher auf Nervosität als auf Schwung – der Aufschwung wirkt entsprechend fragil.