Spotify und Musiklabels schließen Piratenseite Anna's Archive

Spotify hat gemeinsam mit großen Musiklabels eine stille, aber effektive Operation gegen die Piratenseite Anna's Archive durchgeführt. Die Plattform hatte illegal eine riesige Menge an Musik von dem Streamingdienst gesammelt und gespeichert. Es handelte sich dabei um etwa 300 Terabyte an Daten, die die populärsten Titel der Plattform enthielten.

Wie kürzlich freigegebene Gerichtsunterlagen zeigen, reichten Spotify sowie Sony, Warner und Universal Ende Dezember unter Verschluss eine Klage in den USA ein. Dies ermöglichte es den Unternehmen, zu handeln, ohne die Betreiber der Seite zu informieren. Bis zum 2. Januar hatte das Gericht eine einstweilige Verfügung erlassen. Diese wies wichtige Internetdienste an, die Infrastruktur von Anna's Archive zu deaktivieren, einschließlich der .org-Domain und des Cloudflare-Schutzes. In der Folge war die Hauptadresse der Seite offline, noch bevor deren Administratoren von dem Gerichtsverfahren erfuhren.

Die Unternehmen argumentierten vor Gericht, dass eine vorherige Benachrichtigung zur sofortigen Veröffentlichung der gestohlenen Musik und zur Verlegung der Server außerhalb der USA geführt hätte. Das Gericht folgte dieser Einschätzung und verwies auf eine hohe Wahrscheinlichkeit von Urheberrechtsverletzungen. Es ordnete daher an, die Seite weltweit zu blockieren und ihre Dienste einzustellen.

Diese Maßnahme hat Anna's Archive jedoch nicht vollständig gestoppt. Die Plattform taucht weiterhin unter neuen Domains auf, insbesondere außerhalb der Vereinigten Staaten. Dennoch gibt es Anzeichen dafür, dass die Verbreitung der Spotify-Daten gestoppt wurde. Der Bereich der Seite, der den Materialien des Dienstes gewidmet war, ist nun als nicht verfügbar gekennzeichnet.