Grafikkartenmarkt 2026: Lohnt sich ein Upgrade jetzt?

2026 hat sich unerwartet zu einer der schwierigsten Phasen für den Grafikkartenmarkt seit der Pandemie entwickelt. Während neue GPUs von AMD und NVIDIA Ende letzten Jahres noch nahe an den empfohlenen Preisen zu finden waren, ist das heute praktisch unmöglich. Grund ist eine akute Speicherknappheit, die durch den KI-Boom ausgelöst wurde. Hersteller von Grafikkarten und Serverbeschleunigern konkurrieren um dieselben Ressourcen, und Rechenzentren erhalten zunehmend Vorrang vor Gamern.

Die Situation wurde durch widersprüchliche Aussagen der Hersteller verschärft. Meldungen über die angebliche Einstellung beliebter Modelle wie der RTX 5070 Ti und 5060 Ti 16GB lösten eine Welle von Panikkäufen aus. Selbst nach Dementis wurde klar, dass der Markt extrem instabil ist. Die Preise schossen sofort in die Höhe, und Karten, die etwa 750 US-Dollar kosten sollten, werden nun für Summen um die 1200 US-Dollar verkauft. Das ist kein Einzelfall – praktisch kein aktuelles Modell wird heute zu seinem UVP angeboten.

Lohnt sich ein Upgrade gerade jetzt

In diesem Klima ist die Hauptfrage einfach: kaufen oder warten. Wenn Sie bereits eine Grafikkarte besitzen, die Ihre aktuellen Spiele und Aufgaben bewältigt, ist das Klügste, nichts zu tun. Der Markt ist überhitzt, und die Chance, für ein Upgrade jetzt zu viel zu bezahlen, ist extrem hoch. Die Geschichte zeigt, dass solche Krisen sich irgendwann legen, auch wenn es mehr als ein paar Monate dauern kann.

Anders sieht es aus, wenn Ihre aktuelle Karte moderne Spiele nicht mehr ausführen kann. In diesem Fall kann es schwierig sein, einen Kauf aufzuschieben, aber Sie müssen die Wahl mit besonderer Vorsicht angehen. Im Jahr 2026 können 12 GB als die minimal sinnvolle Menge an Videospeicher betrachtet werden, wobei 16 GB vorzuziehen sind. Modelle mit 8 GB verlieren rapide an Relevanz, insbesondere wenn Sie nicht nur ältere Spiele in 1080p spielen. Der Kauf einer solchen Karte heute könnte bedeuten, dass Sie innerhalb eines Jahres einen Ersatz benötigen.

Verfügbare Optionen bei Knappheit

Wenn Ihr Budget begrenzt ist, wird die Wahl schmerzhaft. Im Segment unter 400 US-Dollar gibt es kaum noch würdige Lösungen. Vor diesem Hintergrund sieht die Radeon RX 9060 XT wie eine der wenigen vernünftigen Optionen aus. Die Version mit 16 GB Speicher ist vorzuziehen, aber selbst das 8-GB-Modell bleibt die sinnvollste Wahl in seiner Klasse. Ja, die Preise liegen deutlich über den empfohlenen Niveaus, aber nach aktuellen Marktstandards ist es immer noch ein relativ vernünftiger Kauf.

Bei NVIDIA-Lösungen bleibt die RTX 5070 die ausgewogenste Option. Sie hat nicht den größten Videospeichervorrat, was ein Schwachpunkt für die Zukunftssicherheit ist. Allerdings ist dieses Modell am wenigsten vom Preiswahn betroffen. Für diejenigen, die proprietäre NVIDIA-Technologien wie DLSS und Ökosystem-Features schätzen, ist die RTX 5070 fast die einzige rationale Wahl.

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Betrachtet man das Gleichgewicht zwischen Leistung und Preis, sehen AMDs Mittelklasse-Lösungen am attraktivsten aus. Die Radeon RX 9070 bietet mehr Videospeicher und bewältigt moderne AAA-Spiele souverän. Während AMDs Upscaling- und KI-Technologien hinter denen von NVIDIA zurückbleiben, erweist sich die RX 9070 in realen Szenarien oft als das bessere Preis-Leistungs-Angebot. Selbst zu den heutigen aufgeblähten Preisen bietet sie ein überlegenes Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Für diejenigen, die mehr ausgeben möchten, scheint die RX 9070 XT die logische Grenze zu sein. Alles darüber gehört zum Segment der offen überbewerteten Flaggschiffe, wo der Preis schneller steigt als der reale Nutzen. In einer Krise wird das Überbezahlen für Top-Modelle besonders schmerzhaft.

Fazit

Die RAMageddon von 2026 hat den Grafikkartenmarkt hart und unberechenbar gemacht. Die beste Strategie bleibt Geduld: Wenn Sie warten können, sollten Sie warten. Wenn ein Upgrade notwendig ist, wählen Sie nicht nach einem auffälligen Namen, sondern nach Speicherkapazität und echtem Wert für Ihre Aufgaben. Diese Krise wird früher oder später enden, aber das heute überbezahlte Geld kommt nicht zurück.