In Online-Diskussionen ist zu hören, dass Microsoft dem FBI BitLocker-Schlüssel zur Verfügung gestellt hat, um auf Daten von drei Laptops zuzugreifen. Dies wird oft mit Apples harter Linie gegenüber US-Geheimdiensten kontrastiert, doch der Vergleich greift zu kurz, da er einen entscheidenden Unterschied in der Handhabung von Verschlüsselung und Nutzerdatenzugriff übersieht.
Die Apple-Geschichte nahm nach der San-Bernardino-Tragödie 2015 ihren Anfang, als das FBI das Unternehmen aufforderte, beim Hacken eines iPhones eines Täters zu helfen. Apple lehnte ab, mit der Begründung, dass dies den Schutz des Secure Enclave schwächen und die Sicherheit aller iPhones gefährden würde. Letztlich fanden die Behörden eine alternative Zugriffsmethode, und Apples Haltung wurde zum Symbol für prinzipientreue Privatsphärenverteidigung.
Die Situation bei Microsoft ist anders. Das Unternehmen stellte zwar BitLocker-Schlüssel bereit, aber nur, weil die Laptop-Nutzer selbst zuvor Kopien dieser Schlüssel in der Microsoft-Cloud gespeichert hatten. Dieser Ansatz nutzt eine weniger strenge Verschlüsselung, die dazu dient, Besitzern den Gerätezugriff wiederherzustellen, wenn sie Passwörter verlieren. Mit einer gerichtlichen Anordnung ist Microsoft gesetzlich verpflichtet, solche Daten herauszugeben.
Wichtig ist, dass Windows-Nutzer die Speicherung von BitLocker-Schlüsseln in der Cloud deaktivieren können, wodurch jeglicher Zugriff durch das Unternehmen oder die Regierung vollständig entfällt. Apple folgte lange einer ähnlichen Logik: Einige iCloud-Daten waren so verschlüsselt, dass das Unternehmen Anfragen von Strafverfolgungsbehörden nachkommen konnte, bis es schrittweise Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einführte.
Heute bietet Apple Advanced Data Protection für maximale iCloud-Sicherheit an, aber diese ist standardmäßig nicht aktiviert, genau weil sie Apple die Möglichkeit nimmt, Nutzern in Notfällen zu helfen. Letztlich überlassen sowohl Apple als auch Microsoft die endgültige Entscheidung den Nutzern: Bequemlichkeit und Wiederherstellungsoptionen versus maximale Privatsphäre ohne Zwischenhändler.