RAM-Knappheit hält bis 2027 an, Preise für SSDs und Hardware steigen

Die weltweite Knappheit an RAM, die Branchenkenner als „RAMpocalypse“ bezeichnen, könnte länger andauern als bisher angenommen. Analysten warnen, dass der Mangel an DRAM- und NAND-Chips mindestens bis Ende 2027 anhalten wird, wobei SSD-Preise kurzfristig betroffen sein dürften. Vor diesem Hintergrund übersteigt die Nachfrage nach Speicher weiterhin das Angebot, angetrieben durch das rasante Wachstum der KI-Infrastruktur. Eine schnelle Markterholung ist daher kaum zu erwarten.

Ein positives Signal kommt von Micron, das den Bau einer neuen Speicherchip-Fabrik in Singapur für 24 Milliarden Dollar angekündigt hat. Doch schnelle Entspannung ist nicht in Sicht: Die Produktion soll erst in der zweiten Hälfte 2028 starten. Die Fabrik ist Teil der langfristigen Strategie des Unternehmens und zielt vor allem darauf ab, die wachsende Nachfrage nach NAND-Speicher für Rechenzentren und KI-Systeme zu decken.

Micron baut seine Präsenz in Singapur bereits aus. Der Großteil seines Flash-Speichers wird dort produziert, und das Unternehmen errichtet zudem eine separate Verpackungsanlage für Hochgeschwindigkeitsspeicher für KI-Chips, die 2027 in Betrieb gehen soll. Dennoch reichen diese Maßnahmen nicht aus, um den Markt aus dem schweren Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu befreien, insbesondere seitens Cloud-Dienste und Unternehmenskunden.

Experten weisen darauf hin, dass unter diesen Bedingungen Unternehmens-SSDs in den kommenden Monaten deutliche Preiserhöhungen erfahren könnten, was sich unweigerlich auch auf Unterhaltungselektronik auswirken wird. Samsung und SK hynix beschleunigen zwar den Ausbau neuer Produktionskapazitäten, doch selbst das könnte nicht genügen. In der Folge könnten Smartphone- und Laptop-Hersteller mit steigenden Kosten konfrontiert werden, was das Risiko spürbarer Preissprünge im Jahr 2026 erhöht – und den Markt abkühlen lassen könnte.