Steam-Kartellklage: Sammelklage in UK zugelassen

Valve steht im Vereinigten Königreich wegen der Kommissionen auf seiner Plattform Steam vor einer bedeutenden Kartellklage. Die Provisionen können bis zu 30 Prozent betragen. Das Londoner Competition Appeal Tribunal entschied diese Woche, dass eine Sammelklage in Höhe von 656 Millionen Pfund in der Sache verhandelt werden kann. Damit wies das Gericht einen Antrag von Valve ab, das Verfahren im Vorfeld zu stoppen.

Die Klage wurde 2024 eingereicht und vertritt die Interessen von rund 14 Millionen britischen Nutzern, die seit 2018 Spiele oder Zusatzinhalte über Steam oder damit verbundene Plattformen gekauft haben. Angeführt wird der Fall von der Aktivistin Vicky Shotbolt. Ihre Anwälte argumentieren, Valve missbrauche seine marktbeherrschende Stellung im Markt für die digitale Vertrieb von Spielen.

Der zentrale Vorwurf lautet, dass Valve Verlagen restriktive Bedingungen auferlegt. Diese sollen es ihnen angeblich unmöglich machen, ihre Spiele auf konkurrierenden Plattformen günstiger oder früher anzubieten. Zudem sind Nutzer, die ein Spiel auf Steam erwerben, gezwungen, alle zusätzlichen Inhalte ausschließlich im Ökosystem von Valve zu kaufen. Das bindet sie effektiv an einen einzigen digitalen Store und schmälert den echten Wettbewerb.

Die Kläger sind der Ansicht, dass dieses Modell es Valve ermöglicht, eine als überhöht und unfair bezeichnete Kommission von bis zu 30 Prozent durchzusetzen. Valve hatte darauf bestanden, dass der Fall nicht als Sammelklage verhandelt werden sollte, doch das Gericht sah das anders. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wollte sich Valve öffentlich nicht zu dem Verfahren äußern.

Der Fall ist ein weiteres prominentes Beispiel für den zunehmenden Druck auf große digitale Plattformen im Vereinigten Königreich. Bereits zuvor wurden ähnliche Sammelklagen gegen Apple und Google wegen der Kommissionen in deren App Store und Play Store zugelassen. Unterdessen sieht sich Valve bereits mit einer vergleichbaren Verbraucherklage in den USA konfrontiert, die 2024 von Spielern eingereicht wurde. Die rechtlichen Herausforderungen für den Betreiber von Steam nehmen damit auf mehreren Märkten gleichzeitig zu.