Google Aluminum: Neues Betriebssystem für Laptops mit Android-Apps
Google arbeitet an Aluminum, einem Betriebssystem, das Android-Apps direkt auf Chromebooks laufen lässt. Erfahren Sie mehr über die Pläne, Vorteile und Veröffentlichungstermine.
Google arbeitet an Aluminum, einem Betriebssystem, das Android-Apps direkt auf Chromebooks laufen lässt. Erfahren Sie mehr über die Pläne, Vorteile und Veröffentlichungstermine.
© B. Naumkin
Google arbeitet an einem neuen Betriebssystem mit dem Codenamen Aluminum, das die Grenze zwischen ChromeOS und Android auf Laptops vollständig auflösen soll. Details zum Projekt tauchten in Gerichtsunterlagen aus dem Kartellverfahren gegen Epic Games auf. Sie enthüllen vorläufige Zeitpläne: Geschlossene Tests sind für Ende 2026 geplant, während die vollständige Veröffentlichung möglicherweise erst 2028 erfolgen könnte.
Die Kernidee von Aluminum besteht darin, native Android-Apps direkt auf Chromebooks laufen zu lassen. Damit entfallen Umwege und die Abhängigkeit vom Browser. Derzeit setzt ChromeOS stark auf Webanwendungen und Chrome selbst, was die Offline-Arbeit und die Nutzung professioneller Software einschränkt. Das neue System wird eine für größere Bildschirme angepasste Oberfläche bieten, mit einer neu gestalteten Taskleiste und Android-Elementen, die für Laptops optimiert sind.
Doch Google plant nicht, sein aktuelles Ökosystem vollständig aufzugeben. Im Dezember 2025 entschied US-Bundesrichter Amit Mehta, dass Chrome eine "wesentliche Komponente" von ChromeOS sei, was das System von bestimmten für Android geltenden Beschränkungen befreit. Das deutet darauf hin, dass Aluminum wahrscheinlich eine enge Integration mit dem Chrome-Browser und dem Google Play Store beibehalten wird, was dem Unternehmen die Plattformkontrolle sichert.
Google-Vertreter hatten zuvor eine aktualisierte ChromeOS-Version für 2026 erwähnt. Chrome-Chef Sameer Samat bestätigte diese Pläne, und Qualcomm-CEO Cristiano Amon bezeichnete das zukünftige System nach einer Demo-Version als "unglaublich". Allerdings verwenden die Gerichtsunterlagen deutlich vorsichtigere Formulierungen – Google betont, dass Zeitpläne sich verschieben könnten, wobei ein vollständiger Start möglicherweise bis 2028 verzögert wird.
Eine weitere Frage betrifft das Schicksal bestehender Geräte. Zwar verspricht Google 10 Jahre Updates für Chromebooks, doch Pläne, ChromeOS bis 2034 schrittweise auslaufen zu lassen, werfen Zweifel auf, ob viele aktuelle Modelle ein vollständiges Upgrade erhalten werden. Das könnte Herausforderungen für Bildungseinrichtungen und Unternehmenskunden bedeuten, die Chromebooks in großer Stückzahl gekauft haben und langfristige Unterstützung erwarteten.