Rent-A-Human: KI-Agenten heuern Menschen für physische Aufgaben an

Eine Plattform mit dem vielsagenden Namen Rent-A-Human gewinnt online rasch an Popularität. Sie bietet Menschen an, für KI-Agenten physische Aufgaben zu erledigen. Das Projekt wurde vom Krypto-Ingenieur Alexander Laiteplo gestartet und ist innerhalb weniger Tage auf X explodiert, was Debatten über die Zukunft der Arbeit, Automatisierung und die Grenzen des Absurden auslöste.

Die Idee wirkt einfach, zugleich aber beunruhigend. Künstliche Agenten posten Aufgaben, die sie selbst nicht ausführen können: ein Paket abholen, einen Gegenstand liefern, ein Schild halten oder Blumen verschicken. Menschen registrieren sich auf der Plattform und erledigen diese Botengänge in der realen Welt, wobei sie Zahlungen ausschließlich in Kryptowährung erhalten.

Laut der Plattform selbst haben sich bereits über 81.000 "vermietbare Menschen" registriert. Die reale Aktivität sieht jedoch weitaus bescheidener aus: Gizmodo berichtet, dass nur wenige Wallets für Zahlungen verbunden haben und es nur etwa 80 aktive KI-Agenten auf der Plattform gibt. Dieses Ungleichgewicht zwischen der Zahl der Arbeiter und Kunden deutet darauf hin, dass der Hype noch weitgehend mediengetrieben ist.

Das Projekt entstand aus dem OpenClaw- und Moltbook-Ökosystem – viralen KI-Tools, die im Geiste des sogenannten Vibe-Codings entwickelt wurden, bei dem Code ohne vollständige Prüfung veröffentlicht wird und Fehler "on the fly" mit denselben KI-Modellen behoben werden sollen. Dies, gepaart mit dem Fehlen traditioneller Zahlungsmechanismen, wirft ernste Sicherheitsfragen auf: Kryptowährungstransaktionen sind irreversibel, Kunden können anonym bleiben, und es gibt praktisch keinen Schutz für die Arbeiter.

Es bleibt unklar, ob Rent-A-Human eine künstlerische Performance, eine soziale Provokation oder ein ernsthafter Versuch ist, eine "autonome Wirtschaft" aufzubauen, in der Bots direkt Menschen anheuern. Enthusiasten der Krypto-Branche bezeichnen das Projekt bereits als Schritt in die Zukunft, doch für die meisten Nutzer sieht es eher wie ein beunruhigender Hinweis darauf aus, wie sich der Arbeitsmarkt im Zeitalter der KI verändern könnte.