Android-Sicherheitslücke betrifft eine Milliarde Nutzer

Google hat eine deutliche Warnung an alle Android-Smartphone-Besitzer weltweit ausgesprochen. Dem Unternehmen zufolge erhalten etwa 40 Prozent aller Android-Geräte keine Sicherheitsupdates mehr. Das macht sie anfällig für neue Formen von Malware und Spyware. In absoluten Zahlen betrifft dies rund eine Milliarde Nutzer, denen im Grunde geraten wird, dringend über den Austausch ihrer Smartphones nachzudenken.

Die Ursache des Problems liegt in der eingestellten Unterstützung für Geräte mit Android 12 und älteren Systemversionen. Smartphones, die um 2021 oder früher auf den Markt kamen, sind somit nicht mehr gegen aktuelle Bedrohungen geschützt. Die Situation wird durch das Android-Ökosystem selbst verschärft: Wegen der großen Anzahl an Herstellern werden Updates extrem ungleichmäßig verteilt. Heute läuft nur etwas mehr als die Hälfte der aktiven Geräte mit Android 13 oder neuer.

Der Kontrast zu iOS fällt hier besonders ins Auge. In Apples Ökosystem nutzt die überwältigende Mehrheit der Geräte entweder die aktuelle Systemversion oder die vorherige. Das verringert das Risiko deutlich. Bei Android hingegen ist selbst die neueste Systemversion nur auf einem kleinen Teil der Geräte installiert – und diese Lücke wächst jedes Jahr weiter.

Google stellt klar: Besitzer von Smartphones, die nicht über Android 12 hinaus aktualisiert werden können, sollten den Kauf eines neuen Geräts erwägen. Das muss nicht unbedingt ein teures Flaggschiff sein. Selbst ein modernes Mittelklassemodell mit einer aktuellen Android-Version erhält regelmäßige Sicherheitsupdates. Das Unternehmen betont, dass Google Play Protect auf älteren Systemversionen zwar weiter funktioniert, für einen umfassenden Schutz aber nicht mehr ausreicht.

Die Risiken sind sehr real. Ein erfolgreicher Angriff könnte zum Diebstahl von Anmeldedaten und Passwörtern aus Bankdiensten, Krypto-Wallets und anderen sensiblen Anwendungen führen. Im Kern stehen Nutzer vor der Wahl, Geld zu sparen oder für Sicherheit zu sorgen. Und Google macht zunehmend deutlich, dass Zögern teuer werden könnte.