T-Glas-Knappheit: Gefahr für Prozessor-Lieferketten und Preise

Die globale Technologiebranche könnte mit einer neuen Lieferkettengefahr konfrontiert werden, die die Kosten und Verfügbarkeit von Prozessoren beeinflussen könnte. Dabei geht es um ein spezielles dünnes Glasfasergewebe, das bei der Herstellung von Chipsubstraten zum Einsatz kommt.

Laut dem Wall Street Journal erfüllt dieses als T-Glas bekannte Material eine entscheidende mechanische Funktion: Es verhindert Verformungen der Leiterplatten unter Hitzeeinwirkung und äußerem Druck. Selbst geringfügige Verzerrungen können Lötverbindungen beschädigen und Chipausfälle verursachen, weshalb dieses Glasfasergewebe für die Prozessorproduktion unverzichtbar ist.

Das Problem besteht darin, dass T-Glas fast ausschließlich vom japanischen Unternehmen Nitto Boseki hergestellt wird. Die steigende Nachfrage aus der Halbleiterindustrie stößt auf begrenzte Produktionskapazitäten, die nicht schnell erweitert werden können. In der Folge sind die Materialpreise bereits gestiegen, und die Risiken für Lieferunterbrechungen nehmen zu.

Quellen zufolge zeigen sich auch große Marktakteure besorgt. Unternehmen wie Apple haben demnach direkte Verhandlungen mit T-Glas-Herstellern in Erwägung gezogen, um Engpassrisiken abzumildern.

Es bleibt zwar unklar, ob Materialknappheit zu drastischen Preiserhöhungen für Prozessoren und andere Komponenten führen wird. Experten gehen jedoch davon aus, dass das Problem die gesamte Lieferkette beeinflussen könnte – von Serverlösungen bis hin zu Consumer-PCs und Laptops.