Googles neue Sicherheitsfunktion für Android: AccessibilityService-API im Fokus

Google arbeitet an einer neuen Sicherheitsverbesserung für Android. Eine in der Testversion Android Canary 2602 entdeckte Funktion erweitert den Advanced Protection Mode, der erstmals in Android 16 eingeführt wurde.

Die Neuerung soll Apps einschränken, die die AccessibilityService-API nutzen, ohne als vollwertige Barrierefreiheitstools eingestuft zu sein. Diese API wurde ursprünglich für Menschen mit Behinderungen entwickelt – sie ermöglicht Apps, Bildschirminhalte auszulesen, Nutzeraktionen zu verfolgen und Gesten im Namen des Nutzers auszuführen.

Im Laufe der Zeit wurde AccessibilityService aktiv von Drittanbieter-Apps genutzt, darunter Automatisierungstools, Launcher, „Optimierer“ und sogar Antivirenprogramme. Formal dient dies der Bequemlichkeit, aber in der Praxis erhalten solche Programme erweiterte Systemrechte, was oft genutzt wurde, um Android-Beschränkungen zu umgehen und potenziell für Missbrauch.

Google verschärft die Regeln seit mehreren Jahren schrittweise. Apps, die tatsächlich für Menschen mit besonderen Bedürfnissen gedacht sind, müssen das Attribut isAccessibilityTool angeben. Dazu gehören Bildschirmleser, Sprachsteuerung, Gesteninterfaces und Braille-Systeme.

Laut Analyse der Android-Canary-Testversion verbietet das System bei aktiviertem Advanced Protection Mode, Apps, die nicht als Barrierefreiheitstools erkannt werden, die Accessibility Service-Berechtigung zu erteilen, und entzieht solchen Programmen automatisch zuvor erteilte Berechtigungen.

Wenn eine App kritisch auf diese API angewiesen ist, kann sie komplett aufhören zu funktionieren. Beim Testen wurde beispielsweise die Utility dynamicSpot, die Dynamic Island auf Android nachahmt, vom System mit dem Hinweis „Durch Advanced Protection eingeschränkt“ blockiert. Der Grund ist ihre Nutzung von AccessibilityService, um Benachrichtigungen auszulesen und Elemente über anderen Apps anzuzeigen.

Offizielle Barrierefreiheitstools unterliegen den neuen Einschränkungen nicht. Die Funktion soll nach Abschluss der Tests in zukünftigen Android-Versionen erscheinen.