Garmin entwickelt nicht-invasive Methode zur Schätzung von glykiertem Hämoglobin

Die Wearable-Branche treibt die Analyse von Gesundheitsdaten immer weiter voran, und Garmin will offenbar nicht zurückfallen. Das Unternehmen hat ein Patent angemeldet, das ein Verfahren zur nicht-invasiven Schätzung des glykierten Hämoglobins mithilfe optischer Sensoren in Smartwatches beschreibt.

Das Patent wurde von Wareable aufgespürt. Es geht dabei nicht um momentane Blutzuckermessungen, sondern um Langzeittrendanalysen. Glykiertes Hämoglobin ist ein klinischer Wert, den Ärzte nutzen, um den durchschnittlichen Glukosespiegel über einen längeren Zeitraum zu beurteilen, nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Laut der Beschreibung sammelt die Uhr optische Daten darüber, wie Licht durch Gewebe und Blut unter der Haut dringt. Algorithmen analysieren diese Daten, um stabile Muster zu erkennen und sie in einen ungefähren Wert für glykiertes Hämoglobin umzuwandeln. Mit anderen Worten: Das System misst Glukose nicht direkt, sondern arbeitet mit indirekten biologischen Markern.

Dieser Ansatz könnte Nutzern ein umfassenderes Bild ihrer Stoffwechselgesundheit bieten, ohne invasive Methoden wie Fingerstiche oder externe kontinuierliche Glukosemesssensoren. Allerdings bleibt das Konzept vorerst theoretisch und benötigt strenge klinische Validierung für Genauigkeit und Zuverlässigkeit.

Betonen sollte man, dass es sich um ein Patent handelt, nicht um ein fertiges Produkt. Nicht alle patentierten Technologien kommen auf den Markt, besonders im Bereich medizinischer Metriken, wo strenge regulatorische Anforderungen gelten. Zum Vergleich: Huawei bietet bereits eine Diabetes-Risikobewertung bei einigen Uhrenmodellen an, basierend auf allgemeinen Gesundheitstrends, nicht auf der Berechnung eines spezifischen Glukosewerts. Bei Garmin zielt die Entwicklung hingegen auf einen klinischen Wert ab, was das Vorhaben besonders ambitioniert macht.