MacBook Neo – Apples günstigster Laptop im Detail
Der MacBook Neo startet ab 500 US-Dollar mit Aluminiumgehäuse, 13-Zoll Display und 16 Stunden Akku. Er nutzt einen A18 Pro Chip statt M-Serie, ideal für einfache Aufgaben.
Der MacBook Neo startet ab 500 US-Dollar mit Aluminiumgehäuse, 13-Zoll Display und 16 Stunden Akku. Er nutzt einen A18 Pro Chip statt M-Serie, ideal für einfache Aufgaben.
© Apple
Apple hat mit dem MacBook Neo sein günstigstes Laptop vorgestellt, das ab 500 US-Dollar startet. Es handelt sich um einen vollwertigen Mac mit Aluminiumgehäuse, einem Gewicht von nur 1,23 kg, vier lebhaften Farben, einem 13-Zoll Liquid Retina Display, Stereolautsprechern mit Dolby Atmos, einer 1080p Webcam und einer Akkulaufzeit von bis zu 16 Stunden. Auf den ersten Blick scheint es eine nahezu ideale Wahl für Studierende und jene zu sein, die zwischen einem Chromebook und einem günstigen Windows-Laptop schwanken.
Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass Apple mehrere Kompromisse eingegangen ist, um diesen niedrigen Preis zu erreichen. Einige davon mögen für einfache Aufgaben nicht entscheidend sein, andere unterscheiden den Neo deutlich von den bekannten MacBook Air- und Pro-Modellen.
Die größte Überraschung ist die Prozessorwahl. Der MacBook Neo ist mit dem A18 Pro Chip ausgestattet, der vom iPhone 16 Pro bekannt ist. Dabei handelt es sich nicht um einen laptoptauglichen M-Series Prozessor, sondern um eine mobile Lösung, die ursprünglich für Smartphones und Tablets entwickelt wurde.
Für den Neo verfügt er über eine sechskernige CPU und eine fünfkernige GPU, während das iPhone eine Konfiguration mit sechs Grafik-Kernen bietet. Der Chip ist energieeffizient und leistungsstark genug für Browsing, Office-Apps und Streaming, zudem arbeitet das Laptop ohne Lüfter und ist komplett geräuschlos. Für anspruchsvollere Aufgaben wie Videobearbeitung oder Grafikarbeit reicht er jedoch im Vergleich zu Modellen mit M-Serie nicht aus.
Der MacBook Neo kommt nur mit 8 GB RAM, und dieser lässt sich beim Kauf nicht aufrüsten. Während aktualisierte MacBook Air Modelle mittlerweile mit 16 GB starten, bleibt der Neo auf der Grundausstattung.
Angesichts der einheitlichen Speicherarchitektur von Apple, bei der CPU und GPU einen gemeinsamen Pool nutzen, wirkt sich die RAM-Menge auf das gesamte System aus. Bei zahlreichen Tabs oder ressourcenintensiven Anwendungen können diese Grenzen spürbar werden. Die Speicherbandbreite beträgt 60 GB/s – weniger als die Hälfte des MacBook Air.
Das 13-Zoll Liquid Retina Display hat eine Auflösung von 2408×1506 Pixeln, eine Helligkeit von bis zu 500 Nits und unterstützt eine Milliarde Farben. In den Grundspezifikationen wirkt es respektabel, doch es fehlen mehrere Features, die bei anderen Macs mittlerweile Standard sind.
Das Panel deckt nur den sRGB-Farbraum ab statt des breiteren P3, es gibt keine True Tone Unterstützung und keinen Umgebungslichtsensor. Das bedeutet, die Helligkeit muss manuell eingestellt werden – es gibt keine automatische Anpassung an das Umgebungslicht.
Der MacBook Neo verzichtet auf das magnetische MagSafe Laden. Stattdessen nutzt er zwei USB-C Anschlüsse, beide auf der linken Seite. Einer unterstützt Geschwindigkeiten bis zu 10 Gb/s, der zweite ist auf 480 Mb/s begrenzt. Laden über USB-C ist nicht ungewöhnlich, doch MagSafe wird wegen Sicherheit und Komfort geschätzt: Das Kabel löst sich leicht, wenn man daran zieht. Der Verzicht auf den magnetischen Anschluss schafft Platz im Design, reduziert aber Komfort und Vielseitigkeit bei der Konnektivität.
Ein weiterer Kompromiss ist das Fehlen einer Tastaturbeleuchtung – eine seltene Ausnahme in der MacBook-Reihe. Auch das Trackpad ist vereinfacht: Statt Force Touch kommt eine Standard-Version mit mechanischem Klick und ohne Druckempfindlichkeit zum Einsatz. Touch ID fehlt in der Basisversion mit 256 GB Speicher und ist nur in der 512 GB Konfiguration verfügbar.
Der MacBook Neo ist kein „abgespecktes Air“, sondern eine eigene Gerätekategorie. Er richtet sich an jene, die Design, Akkulaufzeit und das macOS-Ökosystem priorisieren, aber keine Höchstleistung oder professionelle Features benötigen.
Für 500 US-Dollar bekommen Käufer ein stilvolles, leichtes und leises Laptop mit gutem Bildschirm und stabilem System. Wer jedoch an die Möglichkeiten höherwertiger MacBook-Modelle gewöhnt ist, sollte die Einschränkungen bedenken. Der Neo dient als Eintrittskarte in die Welt von macOS, aber mit klar definierten Grenzen.